Selbstverständnis der Stadt Bregenz

Hintergrundinformationen

Die Aufgaben einer Stadt werden immer komplexer. Die Herausforderungen an die Stadtverwaltung und ihre Töchterunternehmen steigen. Viele Themen wollen gelöst werden. Was ist uns wirklich wichtig? Was macht Bregenz und unser Zusammenleben aus? Dieses Bild dient einer modernen Stadtverwaltung als Entscheidungsgrundlage und gibt Orientierung im Handeln. Dafür benötigen wir das Wissen der Bregenzer Bürgerinnen und Bürger.

Wie geht es weiter?

Liebe Bregenzerinnen und Bregenzer, auf die Frage, was unsere Stadt heute und in Zukunft lebenswert macht, haben wir von Ihnen eine Fülle von Antworten erhalten. Vielen Dank dafür! Wer sich Gedanken über die Entwicklung macht, kommt an dem Umstand nicht vorbei, dass Bregenz – schon alleine aus räumlich-geografischen Gründen – eine „Stadt der kurzen Wege“ ist und bleibt. Stadtentwicklung muss daher die begrenzten Flächenreserven zwischen Berg und See als Chance für eine Vernetzung begreifen – als Chance, das Miteinander noch weiter zu stärken. Das geschieht bereits auf verschiedenen Ebenen. Vordergründig spürbar ist es natürlich in der Stadt- und Verkehrsplanung, wo wir zum Beispiel durch die Umsetzung eines neuen Fuß- und Radverkehrskonzeptes oder durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs mutige Schritte in die Zukunft innerstädtischer Mobilität machen. Es geht aber nicht bloß um das Stadtbild und die Mobilität. Bregenz will keineswegs nur die räumlichen Wege der Menschen zueinander verkürzen. Gerade auch im Sozial- und Gesundheitswesen braucht es Strategien für eine Gemeinwesenarbeit, die sowohl das Miteinander gleicher Interessen als auch das tolerante Nebeneinander verschiedener Lebensentwürfe berücksichtigt. Eines ist uns dabei am wichtigsten: Ein gemeinsames Zukunftsbild für alle Räume dieser Stadt lässt sich nur in einem partizipativen Prozess erarbeiten. Wer den urbanen Kern weiter ent­wickeln, Stadtteile in ihrer Identität stärken, aber letztlich sinnvoll miteinander vernetzen will, der muss die Vielfalt der Meinungen in unterschiedlichen Beteiligungsmodellen in diesen Prozess inte­grieren. Ich danke allen Bregenzerinnen und Bregenzern, die sich schon bisher mit ihren Ideen eingebracht haben. Gleichzeitig lade ich alle herzlichst zu einer weiteren regen Teilnahme ein. Ihr Markus Linhart Bürgermeister

Stadtentwicklung

Mit neuesten Daten und Informationen versehen, legt die Stadt aktuell eine Reihe von Studien und Planungsinstrumenten für die Stadtentwicklung vor. Ein räumliches Leitbild mit umfassenden Daten soll dabei als dynamisches Planungswerkzeug für die räumliche Entwicklung von Bregenz dienen. Bereits beschlossen ist unter anderem eine Klimawandelanpassungsstrategie. Mittels eines Energiemasterplans macht sich Bregenz auf den Weg zur Energieautonomie. Eine aktuelle Sozialraumanalyse dient als Grundlage für die Stadtentwicklung auf gesellschaftlicher Ebene – von der Gesundheitsplanung über die Bildungsplanung bis hin zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklungschancen. Mit der Teilnahme am Landesprogramm „familieplus“ unterzieht sich die Stadt außerdem einem Qualitätsprozess, der alle Lebensbereiche umfasst: die Gestaltung des Lebens- und Wohnraums, Mobilität, Nahversorgung, Betreuungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie auch das Miteinander der Generationen. Im Oktober 2019 beschloss der Stadtrat mit „Dual Plus“ zudem ein Forschungsprojekt, das sich mit Lehre und Ausbildung in Bregenz beschäftigt. Zur Stärkung der Quartiere befasst sich die Stadt neben dem Leutbühel auch mit dem Weiherviertel, dem Stadtteil Mariahilf und dem Quellenviertel als wichtige Verbindung zwischen den Stadtteilen zu einer vernetzten, urbanen Kernzone. Für das „Dorf“ wurde ein Ortsbildinventar erarbeitet. Darauf aufbauend können Orientierungshilfen zum Schutz des baukulturellen Erbes geschaffen werden. Die Kulturstrategie der Stadt befindet sich bereits seit 2018 in Umsetzung. Die Stadtplanung hat sowohl das Mobilitätskonzept und Parkregime als auch das Fuß- und Radverkehrskonzept für die Weiterentwicklung unserer fußgänger- und fahrradfreundlichen Stadt präsentiert. Auch hier konnten mit Hilfe der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern über 200 Maßnahmen erarbeitet und in einen Maßnahmenplan übernommen worden. Ende 2019 wurde unter anderem mit den Ergebnissen aus dieser online Bürgerbeteiligung sowie Befragungen von Bürger/-innen im öffentlichen Raum ein Markenhandbuch (marke-bregenz.at) erarbeitet. Die Arbeit an der Marke Bregenz hat das Ziel, jene Werte, Bilder und Geschichten, die Bregenz ausmachen, auf den Punkt zu bringen. Eine Stadtmarke lässt sich nicht beliebig gestalten oder verändern. Um authentisch zu sein, muss sie das Lebensgefühl in der Stadt zum Ausdruck bringen. Damit ist eine Stadtmarke immer auch eine kollektive Geschichte, erzählt von vielen Autorinnen und Autoren, denen keine Autorität vorschreiben kann, was die Marke bedeuten soll. Sie wird täglich neu und weitererzählt von Bewohnerinnen und Bewohnern, von Besucherinnen und Besuchern. Und das ist gut so. Nun wird ein Konzept in Auftrag gegeben, um das räumliche Leitbild mit den oben erwähnten Fachstudien in einem partizipativen Prozess mit politischen Vertreterinnen und Vertretern sowie mit Bürgerinnen und Bürgern zur Erarbeitung eines Zukunftsbildes für Bregenz zusammenzuführen. Aktuelle Informationen finden Sie laufend [www.bregenz.gv.at](hier) oder aktuell zum Thema Stadtentwicklung im Bürgermagazin B [www.bregenz.gv.at/buergermagazin](hier)